• Gewissenhafte Vorbereitung des Inhalationsnarkosegeräts
  • Inhalationsnarkosegerät für operative Eingriffe
  • Vorbereitung einer Katze auf die Narkose
  • Vorbereitung einer Katze auf die Narkose für die spätere Überwachung während des Eingriffs
  • Intubation einer Katze vor Beginn des operativen Eingriffs

Narkose

Zur Durchführung chirurgischer Eingriffe ist eine Allgemeinanästhesie notwendig. Zum Teil wird eine Anästhesie aber auch dann notwendig, wenn eine Ruhigstellung des Tieres für bestimmte Untersuchungen notwendig ist. Je nach Notwendigkeit verwenden wir die Inhalationsnarkose mit Isofluran oder, bei extrem kurzen Eingriffen, eine kürzere Injektionsnarkose. Hierbei wird das Narkotikum in die Blutbahn über einen Venenverweilkatheter appliziert.

Es gibt also nicht nur eine Narkose, sondern eine Vielzahl von Narkoseverfahren und -mittel, die teilweise alternativ oder in Kombination einzusetzen sind.

Anforderungen an die Narkose und Vorbereitung

Die drei Anforderungen an die Narkose sind:

  • Ausschalten des Bewusstseins (Schlafen)
  • Ausschalten des Schmerzes (Betäuben)
  • Ausschalten des Muskeltonus (Entspannen)

Der Großteil der auftretenden Komplikationen findet in der Aufwachphase statt, deswegen ist diese nicht zu unterschätzen.

Vorsorge des Patienten vor der Narkose:

Vor der Operation sollte man sich über den Gesundheitszustand des Patienten informieren. Die beste Informationsquelle ist ein vorsorglicher Blut-Check, z.B. die Hämatologie und Klinische Chemie Blutwerte sind sehr aussagekräftig, wenn es um den Zustand des Patienten geht. Unerkannte Defizite können hier wichtige Hinweise geben. Zwar ist die Aussagekraft eines solchen präoperativen Blutprofils sehr hoch, jedoch scheut mancher Patientenbesitzer die damit verbundenen Kosten. Jedoch erhöht man so das Narkoserisiko. Wichtig ist auch, dass der Patient am Tag der Operation einen leeren Magen hat. Dies vermeidet unter anderem das Risiko des Erbrechens und die damit verbundenen Komplikationen. Man sollte etwa 4 Stunden vor dem Eingriff das letzte Futter gegeben haben. Wasser sollte 2 Stunden vor dem Eingriff weggestellt werden.

Am Tag des Eingriffs erhalten Hunde ohne Anwesenheit Ihrer Besitzer eine Injektionsnarkose zum Einschlafen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es stressfreier für die Patienten ist, wenn die Besitzer nicht dabei sind und sie so besser in die Narkose einsteigen.

Die Narkose und deren Überwachung

Als erstes wird dem Patienten eine Braunüle – auch Venenkatheter genannt – gelegt. Durch diesen Zugang wird dem Patienten während der Narkose eine Infusionslösung infundiert. Dies fördert die Stabilität des Kreislaufs. Im Falle einer Komplikation kann schnell über den Venenzugang das richtige Mittel injiziert werden. Hierdurch geht keine wertvolle Zeit mehr verloren. Erst wenn der Patient wieder stabil und wach ist, wird der Venenzugang entfernt. Bei Risikopatienten raten wir auch, den Venenzugang bis zum Kontrolltermin am nächsten Tag liegen zu lassen. Danach wird der Patient intubiert. Dabei wird ein Schlauch in die Luftröhre eingeführt und mittels eines kleinen Ballons „geblockt“. Dadurch wird die Luftröhre „luftdicht“ gemacht. Am anderen Ende wird das Narkosegerät angeschlossen. Dadurch wird dem Patienten das Atmen erleichtert.

Durch den Tubus kann das Narkosegas-Sauerstoff-Gemisch nun dosiert den Patienten erreichen und ihn in dieser zweiten Phase der Narkose in einem stabilen Zustand halten. Müsste der Patient beatmet werden, so kann auch dies durch den fest sitzenden Tubus erfolgen.

Die Überwachung der Narkose erfolgt sowohl konventionell als auch mit Hilfe eines Narkoseüberwachungsmonitors, wobei folgende Parameter herangezogen werden: Blutdruck, EKG, Kohlenstoffdioxid (CO2), Gehalt der Ausatemluft (Kapnographie), Sauerstoffsättigung im Blut (Pulsoxymetrie), Temperatur. Durch diese ständige Überwachung der Vitalparameter während des Eingriffs können wir möglicherweise auftretende Probleme sofort behandeln.

Risikominimierung und Aufwachphase

Um das Narkoserisiko so gering wie möglich zu halten, sind wird ständig darum bemüht, unsere Kompetenz weiter auszubilden. So hat das gesamte Team im Sommer 2014 erstmalig eine individuelle Fortbildung vor Ort unter Anleitung eines Anästhesisten der Veterinary Anaesthesia Services aus der Schweiz durchlaufen. Seitdem wiederholen wir diese Form der Fortbildung circa alle 6 Monate und haben die Erfahung gemacht, dass diese individuellen Fortbildungen effektiver sind als die Veranstaltungen, an denen wir in den Jahren davor teilgenommen haben. Durch diese Maßnahmen stellen wir sicher, dass die perioperative Phase (also die gesamte Zeit vor, während und nach der Narkose) so stressfrei und ruhig wie möglich verläuft. Durch modernste Geräte und ein fachlich kompetentes Team ist Ihr Vierbeiner bei uns also in besten Händen.

Nach dem Eingriff wird der Patient ausschließlich mit Sauerstoff versorgt und das Narkosegas abgeschaltet. Erst dann kommen die Patienten in ihre Aufwachbox mit spezieller Bodenheizung, damit sie nicht auskühlen. Unsere Helferinnen beobachten die Patienten in der Aufwachphase. Während des Eingriffs werden die Vitalfunktionen des Patienten durch eine Helferin, aber auch durch unser Mindray (Monitor) überwacht. Man spricht hierbei von „Monitoring“. Hierbei werden Herzrhythmus /Puls, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung des Blutes und CO2-Gehalt der Atemluft ständig überprüft. Ein Narkoserisiko besteht natürlich immer, aber mit der richtigen Vorsorge und der richtigen Überwachung während der Narkose lässt sich dies minimieren.